Entgeltumwandlung

1.
Was bedeutet "Entgeltumwandlung"?

Die Entgeltumwandlung ist eine Vereinbarung zwischen dem Beschäftigten und seinem Arbeitgeber, bei der ein Teil des Bruttoarbeitsentgelts in eine wertgleiche betriebliche Altersversorgung umgewandelt wird.

Vorteile der Entgeltumwandlung

Der Reiz der Entgeltumwandlung liegt in der Ersparnis an Steuern und Sozialabgaben:

  • Beiträge aus dem Bruttoarbeitsentgelt des Beschäftigten sind im Kalenderjahr bis zum Höchstbetrag von 8 % der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung steuerfrei.

    Zu beachten ist jedoch, dass der Zusatzbeitrag, den der Arbeitgeber bei der Zusatzrente für den Arbeitnehmer in die ZVK zahlt sowie die ggf. steuerfrei geleistete Arbeitnehmerbeteiligung ebenfalls steuerfrei sind. Der für die Entgeltumwandlung zur Verfügung stehende steuerfreie Gesamtbetrag vermindert sich entsprechend.

  • Die Beiträge zur Entgeltumwandlung sind auch im Kalenderjahr bis zu 4 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung sozialabgabenfrei.

Beispiel

Eine 30-jährige Arbeitnehmerin (ohne Kinder) mit einem steuerpflichtigen Bruttoentgelt von monatlich 2.100,00 € möchte monatlich 100,00 € für eine Entgeltumwandlung aufwenden.


ohne Entgeltumwandlung

mit
Entgeltumwandlung

 

 

Bruttoentgelt

2.100,00 €

2.100,00 €


Arbeitnehmer-beteiligung

50,40 €

50,40 €

 

Entgeltumwandlung

 

100,00 €

 

Steuer
(Steuerklasse IV)

208,09 €

183,56 €

Ersparnis von 24,53 €

Sozialabgaben (20,625 %)

422,61 €

401,98 €

Ersparnis von 20,63 €

Nettoentgelt

1.418,90 €

1.364,06 €

Nettoaufwand von 54,84 €

 

2.
Wer kann eine Entgeltumwandlung abschließen?

Jeder in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversicherte Arbeitnehmer im kommunalen Bereich (Arbeiter, Angestellte und zu ihrer Berufsausbildung Beschäftigte) hat einen Anspruch auf Entgeltumwandlung nach § 3 TV-EUmw/VKA. Der Anspruch richtet sich gegen den Arbeitgeber, über den er aufgrund seiner Tätigkeit in der gesetzlichen Rentenversicherung pflichtversichert ist. Geringfügig Beschäftigte, die auf die Sozialversicherungsfreiheit verzichtet haben, haben ebenfalls diesen Anspruch.

3.
Welche Entgeltbestandteile können umgewandelt werden?

Zum umwandelbaren Entgelt gehören alle Bestandteile des Arbeitsentgelts, z. B. auch die Jahressonderzahlung. Eine Entgeltumwandlung ist nur für künftige Entgeltansprüche möglich; die vertragliche Arbeitsleistung darf noch nicht erbracht sein.

Auch vermögenswirksame Leistungen können im Rahmen der Entgeltumwandlung als Beitrag eingesetzt werden.

4.
Gibt es einen Mindestbetrag?

Ja, es gibt bei der Entgeltumwandlung einen jährlichen Mindestbetrag in Höhe von 1/160 des jeweiligen Durchschnittsentgelts (West) der gesetzlichen Rentenversicherung. Im Jahr 2020 beträgt dieser 238,88 €.

5.
Gibt es einen Höchstbetrag?

Es besteht derzeit die Möglichkeit, bis zu 8 % der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung – im Jahr 2020 also bis zu 6.624,00 € – umzuwandeln. Dieses umgewandelte Entgelt bleibt steuerfrei. Die Beiträge sind zudem bis zu 4 % der Beitragsmessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung - im Jahr 2020 also bis zu 3.312,00 € - sozialabgabenfrei.

Zu beachten ist jedoch, dass der Zusatzbeitrag, den der Arbeitgeber bei der Zusatzrente für den Arbeitnehmer in die ZVK zahlt, sowie die ggf. steuerfrei geleistete Arbeitnehmerbeteiligung ebenfalls steuerfrei sind. Der für die Entgeltumwandlung zur Verfügung stehende steuerfreie Gesamtbetrag vermindert sich entsprechend.

6.
Vermindert sich durch eine Entgeltumwandlung die Leistung aus der Zusatzrente der ZVK?

Nein. Durch die Entgeltumwandlung verringert sich das zusatzversorgungspflichtige Entgelt nicht. Bemessungsgrundlage für die vom Arbeitgeber im Rahmen der Zusatzrente zu zahlenden Umlagen und Zusatzbeiträge bleibt das Arbeitsentgelt, das sich ohne Entgeltumwandlung ergeben würde.

7.
Vermindert sich durch eine Entgeltumwandlung die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung?

Ja, soweit das Entgelt unter der Beitragsbemessungsgrenze in der gesetzlichen Rentenversicherung Ost (6.450,00 € monatlich im Jahr 2020) liegt. Durch die Entgeltumwandlung verringert sich das  sozialversicherungspflichtige Entgelt – damit verringern sich auch die Beiträge zur gesetzlichen Renten-, Kranken-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung. Die dadurch eintretenden Verluste sind allerdings vergleichsweise gering. In der gesetzlichen Rentenversicherung vermindert sich die Monatsrente pro fehlende 1.000,00 € Entgelt im Jahr um weniger als einen Euro.

8.
Was ist bei Altersteilzeit zu beachten?

Durch die Entgeltumwandlung vermindert sich grundsätzlich das sozialversicherungspflichtige Arbeitsentgelt und damit in aller Regel auch die Bemessungsgrundlage für die Aufstockungsleistungen. Ob aber auch tatsächlich Einbußen bei den Aufstockungsleistungen entstehen, kann nur anhand der Umstände des Einzelfalles (z. B. Abhängigkeit von der Steuerklasse) beurteilt werden.

Daher empfehlen wir, sich vor Vereinbarung einer Entgeltumwandlung in der Altersteilzeit durch die Personalabteilung oder die gesetzliche Rentenversicherung beraten zu lassen.

Wird bei Eintritt in die Altersteilzeit eine Entgeltumwandlung schon durchgeführt, bestehen keine Bedenken, diese fortzusetzen.

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