Zusatzrente

1.
Was bedeutet "Zusatzrente"?

Die Zusatzrente ist die Betriebsrente für die Beschäftigten im öffentlichen Dienst. Sie bietet neben der gesetzlichen Rente eine zusätzliche Alters-, Erwerbsminderungs- und Hinterbliebenenversorgung.

Die Zusatzrente beginnt grundsätzlich mit der Begründung eines Beschäftigungsverhältnisses bei einem Mitglied der ZVK.

Der Anspruch auf Zusatzrente ergibt sich aus den Vorschriften des Tarifvertrags für den öffentlichen Dienst (TVöD) und dem Altersvorsorge-Tarifvertrag-Kommunal (ATV-K) oder arbeitsvertraglichen Regelungen.

2.
Für wen besteht Versicherungspflicht?

Versicherungspflicht besteht grundsätzlich für jede/n Beschäftigte/n

  • die/der bei einem Arbeitgeber beschäftigt ist, der Mitglied unserer Kasse ist
  • die/der das 17. Lebensjahr vollendet hat und
  • die/der die Wartezeit von 60 Kalendermonaten bis zum Beginn der Regelaltersrente noch erfüllen kann. Dabei kommt es auf eine Befristung der Beschäftigung nicht an.

Ob die Voraussetzungen erfüllt sind, prüft der Arbeitgeber. Er meldet die Beschäftigten bei der ZVK zur Zusatzrente an. Als Nachweis wird eine Anmeldebestätigung versandt.

3.
Ist eine Befreiung von der Zusatzrente möglich?

Die Zusatzrente ist eine Pflichtversicherung, das bedeutet, dass grundsätzlich alle Beschäftigten des Arbeitgebers zur Zusatzrente anzumelden sind. Damit soll sichergestellt werden, dass nicht nur ein Teil des Personals eine zusätzliche Altersversorgung erhält. Es gibt bestimmte Beschäftigungsverhältnisse, die von der Versicherungspflicht ausgenommen sind. Diese sind abschließend in der Satzung der ZVK geregelt. Eine Befreiung von der Versicherungspflicht auf eigenen Wunsch ist nicht möglich.

4.
Wie wird die Zusatzrente finanziert?

Die Zusatzversorgung wird durch Zusatzbeiträge und Umlagen finanziert. Die Umlage wird vom Arbeitgeber getragen. Der Zusatzbeitrag wird in der Regel vom Arbeitgeber und vom Beschäftigten gemeinsam getragen. Diese sogenannte Arbeitnehmerbetei-ligung behält der Arbeitgeber vom Entgelt direkt ein und führt sie an die ZVK ab.

Das zusatzversorgungspflichtige Entgelt entspricht grundsätzlich dem steuerpflichtigen Arbeitslohn. Es gibt jedoch einige Entgeltbestandteile, die zwar steuerpflichtig, aber nicht zusatzversorgungspflichtig sind, wie zum Beispiel Jubiläumszuwendungen und vermögenswirksame Leistungen.

5.
Können zusätzlich eigene Beiträge in die Zusatzrente eingezahlt werden?

Der Leistungsanspruch aus der Zusatzrente kann nicht durch eigene Beiträge des Versicherten erhöht werden, da ausschließlich der Arbeitgeber Vertragspartner ist.

Die Versicherten haben aber die Möglichkeit, über eine freiwillige Versicherung – die ZusatzrentePlus – Einzahlungen zu leisten und ihren Rentenanspruch zu erhöhen. So kann die Altersvorsorge optimal ergänzt werden. Zudem können die Versicherten von den staatlichen Fördermöglichkeiten profitieren.

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6.
Kann die Zusatzrente nach Ende der Beschäftigung fortgeführt werden?

Die Zusatzrente kann nach dem Ende der Beschäftigung nicht mit eigenen Beiträgen fortgeführt werden. Wird allerdings eine erneute Beschäftigung bei einem Arbeitgeber aufgenommen, der Mitglied der ZVK ist, wird die Zusatzrente über den neuen Arbeitgeber fortgeführt.

Soll die Betriebsrente nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses dennoch erhöht werden, besteht die Möglichkeit, eine ZusatzrentePlus bei der ZVK abzuschließen, so lange das Beschäftigungsverhältnis noch besteht. Hier ist eine Fortführung mit Eigenbeiträgen nach dem Ende des Beschäftigungsverhältnisses möglich.

7.
Was passiert bei einem Arbeitgeberwechsel?

Bei dem Wechsel zu einem Arbeitgeber, der auch Mitglied der ZVK ist, lebt das bei uns bestehende Versicherungsverhältnis wieder auf. Die Zusatzrente wird unter der bisherigen Versicherungsnummer weitergeführt.

Ist der neue Arbeitgeber kein Mitglied der ZVK, wird die Zusatzrente zum Beschäftigungsende beitragsfrei gestellt.

8.
Kann die Zusatzrente von/zu einer anderen Zusatzversorgungskasse übertragen werden?

Ja, wenn nach Beendigung eines Beschäftigungsverhältnisses wieder eine Beschäftigung im öffentlichen oder kirchlichen Dienst bei einem Arbeitgeber im Zuständigkeitsbereich einer anderen Zusatzversorgungseinrichtung aufgenommen wird, kann die Anwartschaft übergeleitet bzw. gegenseitig anerkannt werden.

Hierfür ist es notwendig, bei der neu zuständigen Zusatzversorgungseinrichtung die Überleitung des früheren Versicherungsverhältnisses zu beantragen.

9.
Wie ermittelt sich die Leistung aus der Zusatzrente?

Die Höhe der Betriebsrente hängt von dem zusatzversorgungspflichtigen Entgelt (entspricht in etwa dem steuerpflichtigen Arbeitslohn) und dem Lebensalter des Versicherten ab. Die Leistung wird nach dem so genannten Punktemodell berechnet, d. h. der Versicherte bekommt nach folgender Formel Versorgungspunkte gutgeschrieben:

Bruttojahresentgelt


12.000,00 €

 

x

 

Altersfaktor

(siehe Tabelle)

=

Versorgungspunkte

 

Alter

Alters-faktor

Alter

Alters-faktor

Alter

Alters-faktor

Alter

Alters-faktor

Alter

Alters-faktor

17

3,1

27

2,2

37

1,6

47

1,2

57

0,9

18

3,0

28

2,2

38

1,6

48

1,2

58

0,9

19

2,9

29

2,1

39

1,6

49

1,2

59

0,9

20

2,8

30

2,0

40

1,5

50

1,1

60

0,9

21

2,7

31

2,0

41

1,5

51

1,1

61

0,9

22

2,6

32

1,9

42

1,4

52

1,1

62

0,8

23

2,5

33

1,9

43

1,4

53

1,0

63

0,8

24

2,4

34

1,8

44

1,3

54

1,0

64 und älter

0,8

25

2,4

35

1,7

45

1,3

55

1,0

26

2,3

36

1,7

46

1,3

56

1,0

 

 

Die Versorgungspunkte werden im Rentenfall mit einem festgelegten Messbetrag von 4,00 € multipliziert. Die Berechnung ist für Männer und Frauen gleich.

Beispiel   

  • 30-jähriger Angestellter
  • Bruttojahresentgelt 30.000,00 €


30.000,00 € : 12.000,00 € x 2,0 (Altersfaktor aus Tabelle) = 5,00 Versorgungspunkte

Da ein Versorgungspunkt einen Wert von 4,00 € hat, ergibt sich aus dem Entgelt für dieses Jahr eine spätere monatliche Rente von 20,00 €.

Die gesamte Rente ergibt sich, indem die Einzelbeträge für jedes Jahr zusammengerechnet werden.

10.
Wie wirkt sich eine Altersteilzeit auf die Zusatzrente aus?

Ähnlich wie in der gesetzlichen Rentenversicherung wird während einer Altersteilzeit nicht das tatsächliche Gehalt als zusatzversorgungspflichtiges Entgelt festgelegt, sondern ein erhöhter Betrag. Das bedeutet, die/der Versicherte wird zusatzversorgungspflichtig so gestellt, als wenn sie/er mit 90 % ihrer/seiner bisherigen Arbeitszeit weitergearbeitet hätte. Durch ein Altersteilzeitverhältnis ergeben sich somit bei der Betriebsrente kaum Einbußen im Vergleich zum Vollzeitbeschäftigungsverhältnis.

11.
Wie wirken sich Mutterschutz und Elternzeit auf die Zusatzrente aus?

Die Zeiten eines Mutterschutzes werden in der Zusatzrente voll berücksichtigt. Der Arbeitgeber meldet unserer Kasse in dieser Zeit ein fiktives zusatzversorgungspflichtiges Entgelt analog der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall. Daraus ergeben sich Versorgungspunkte, ohne dass Umlagen und Zusatzbeiträge anfallen. Gleichzeitig wird die Mutterschutzzeit auf die Wartezeit zur Entstehung des Betriebsrentenanspruchs angerechnet.

Befindet die/der Versicherte sich in Elternzeit und erzielt kein Entgelt, werden Versorgungspunkte aus einem fiktiven Entgelt von 500 € pro Monat und Kind ermittelt und dem Versorgungskonto gutgeschrieben. Somit erhöht sich auch während der Elternzeit die Anwartschaft auf Betriebsrente. Auf die für den Rentenanspruch erforderliche Wartezeit von 60 Monaten wird die Elternzeit jedoch nicht angerechnet.

12.
Was sind soziale Komponenten?

Unter bestimmten Umständen schreibt die ZVK auch Versorgungspunkte gut, ohne dass dafür konkrete Einzahlungen erfolgt sind. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn Elternzeit beantragt wurde und das Arbeitsver­hältnis vollständig ruht (siehe Frage 11).

Aber auch bei Erwerbsminderungsfällen können soziale Komponenten gewährt werden: Tritt der Versicherungsfall wegen teilweiser oder voller Erwerbsminderung vor Vollendung des 60. Lebensjahres ein, werden für je zwölf volle bis zur Vollendung des 60. Lebensjahres fehlende Kalendermonate Versorgungspunkte hinzugerechnet, die sich aus dem durchschnittlichen zusatzversorgungspflichtigen Entgelt der letzten drei, dem Jahr des Eintritts des Versicherungsfalls vorangehenden, Kalenderjahre ergeben. Damit ergibt sich auch bei einer noch nicht lange bestehenden Versicherung eine höhere Rentenleistung aus der Zusatzversor­gung. Dieses Verfahren gilt auch für Hinterbliebenenleistungen. Voraussetzung für die Gewährung von Zurechnungszeiten ist ein beste­hendes Versicherungsverhältnis zum Zeitpunkt der Inanspruchnahme der Renten­leistungen.

13.
Was sind Bonuspunkte?

Die Versicherten werden an erwirtschafteten Überschüssen in Form von Bonuspunkten beteiligt. Ob und wie viele Bonuspunkte gutgeschrieben werden können, entscheidet jährlich der Verwaltungsausschuss auf Vorschlag des Verantwortlichen Aktuars.

Neben allen aktiven Beschäftigten nehmen auch ausgeschiedene Beschäftigte (beitragsfrei Versicherte) an der Verteilung von Bonuspunkten teil, wenn sie eine Wartezeit von 120 Monaten (siehe auch Frage 14) erfüllt haben.

14.
Ist eine Wartezeit für den Rentenbezug erforderlich?

Ja. Um eine Betriebsrente wegen Alters zu erhalten, ist eine Versicherungszeit von 60 Kalendermonaten erforderlich (Wartezeit). Dabei wird jeder Monat mitgerechnet, für den der Arbeitgeber Zahlungen an die ZVK geleistet hat. Zusätzlich wird die Zeit angerechnet, in der das Beschäftigungsverhältnis wegen einer Mutterschutzfrist ruht.

Die Erfüllung der Wartezeit ist dann nicht erforderlich, wenn der Versicherungsfall durch einen Arbeitsunfall im Rahmen des versicherten Beschäftigungsverhältnisses eingetreten ist.

Bei einem Ausscheiden aus dem Arbeitsverhältnis vor Erfüllung der Wartezeit wird die Zusatzrente beitragsfrei fortgesetzt. Erfolgt durch die Aufnahme einer Beschäftigung bei einem Arbeitgeber, der Mitglied der ZVK ist, eine erneute Anmeldung zur Zusatzrente, werden die Versicherungsverhältnisse für die Erfüllung der Wartezeit zusammen betrachtet.

Dies gilt auch dann, wenn für die erneute Versicherung eine andere Zusatzversorgungseinrichtung des öffentlichen oder kirchlichen Dienstes zuständig ist und die Überleitung bei dieser Kasse beantragt wurde.

Wird bei Eintritt des Versicherungsfalls die Wartezeit nicht erfüllt, besteht zumindest ein Anspruch auf eine Leistung aus der gezahlten Arbeitnehmerbeteiligung und ggf. gewährten Zulagen. Lesen Sie hierzu bitte Frage 15.

15.
Was passiert, wenn die Wartezeit zum Rentenbeginn nicht erfüllt wird?

Ist die Wartezeit von 60 Kalendermonaten nicht erfüllt, besteht zumindest aus den von den Versicherten gezahlten Eigenbeiträgen (Arbeitnehmerbeteiligung, die seit 2007 verpflichtend ist - siehe Finanzierung) sowie ggf. gewählten staatlichen Zulagen ein Rentenanspruch, da die Anwartschaften aus der Arbeitnehmerbeteiligung sofort unverfallbar sind.

16.
Ist eine Beitragserstattung möglich?

Es besteht innerhalb der Zusatzrente grundsätzlich keine Wahlmöglichkeit zwischen Rentenbezug und Beitragserstattung. Eine Beitragserstattung ist ausnahmsweise für die Arbeitnehmerbeteiligung unter folgenden Voraussetzungen möglich:

  • es besteht ein beitragsfreies Versicherungsverhältnis
  • die Wartezeit von 60 Kalendermonaten wird nicht erfüllt
  • das 69. Lebensjahr ist noch nicht vollendet
  • die Beitragserstattung wird beantragt
  • es handelt sich um eine Arbeitnehmerbeteiligung, die in der Zeit vom
    01.01.2003 bis 31.12.2006 gezahlt wurde

Die Arbeitnehmerbeteiligung, die seit dem 01.01.2007 gezahlt wird, führt sofort zu einem Rentenanspruch. Eine Beitragserstattung ist in diesen Fällen nicht möglich.

Durch die Beitragserstattung erlöschen alle Rechte aus der Versicherung für Zeiten, für die die Beiträge erstattet werden.

17.
Wer erhält im Todesfall Leistungen?

Im Todesfall ist bei der Zusatzrente der ZVK eine Versorgung der Hinterbliebenen vorgesehen. Hinterbliebene sind dabei die Witwe/der Witwer, die/der eingetragene Lebenspartnerin/-partner und die Halbwaisen bzw. Waisen, wenn es sich hierbei um leibliche, angenommene Kinder oder Pflegekinder handelt.

Die Höhe der Betriebsrente für Hinterbliebene bemisst sich nach der Höhe der Hinterbliebenenrente aus der gesetzlichen Rentenversicherung. Diese beträgt 25 % bei kleiner Witwen-/Witwerrente und 55 % bzw. 60 % bei einer großen Witwen-/Witwerente sowie 10 %  bei Halbwaisen bzw. 20 % bei Vollwaisen.

Der prozentuale Anteil der Witwen-/Witwerrente ist abhängig davon, ob die Ehegatten unter das neue (55 %) oder alte (60 %) Hinterbliebenenrecht fallen. Unter das neue Recht fallen sie, wenn die Heirat nach dem 31.12.2001 erfolgt ist oder die Heirat vor dem 01.01.2002 stattgefunden hat, aber beide Ehepartner nach dem 01.01.1962 geboren sind.

18.
Wann besteht Anspruch auf eine Rentenzahlung?

Um eine Betriebsrente zu erhalten, ist eine Versicherungszeit von 60 Kalendermonaten erforderlich (Wartezeit). Lesen Sie hierzu bitte Frage 14.

Außerdem muss der Versicherungsfall eingetreten sein. Dies wird im Regelfall durch den Rentenbescheid der gesetzlichen Rentenversicherung nachgewiesen.

19.
Wie ist die Rente zu beantragen?

Eine Leistung aus der Zusatzrente der ZVK ist immer schriftlich zu beantragen.

Wer bis zum Eintritt des Versicherungsfalles in einem Arbeitsverhältnis bei einem Mitglied der ZVK steht,  kann den Antrag auf Altersrente über den Arbeitgeber bei der ZVK einreichen. Der Arbeitgeber hält auch die entsprechenden Antragsvordrucke für seine Beschäftigten bereit.

Sofern zum gewünschten Rentenbeginn eine beitragsfreie Versicherung besteht, ist der Antrag auf Altersrente bei der ZVK direkt einzureichen. Die entsprechenden Antragsvordrucke können hier abgerufen oder unter der Telefonnummer 0351 4401-446 angefordert werden.

20.
Muss die Betriebsrente innerhalb einer bestimmten Frist beantragt werden?

Der Anspruch auf Betriebsrente für einen Zeitraum, der mehr als zwei Jahre vor dem Ersten des Monats liegt, in dem der Antrag bei unserer Kasse eingegangen ist, kann nicht mehr geltend gemacht werden.

21.
Wie wird die Rente ermittelt?

Die Betriebsrente wird ermittelt, indem alle angesparten Versorgungspunkte mit einem festgelegten Messbetrag von 4,00 € multipliziert werden.

Beispiel

Ein 66-jähriger Arbeitnehmer hat in seinem Erwerbsleben insgesamt 61,75 Versorgungspunkte als Anwartschaft erworben. Daraus ergibt sich eine monatliche Betriebsrente  in Höhe von 247,00 €. Gegebenenfalls verringert sich dieser Betrag noch durch Abschläge für eine vorzeitige Inanspruchnahme bzw. durch Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung.

22.
Welche Rentenabschläge sind zu berücksichtigen?

Grundsätzlich gelten bei der vorzeitigen Inanspruchnahme der Betriebsrente die gleichen Abschlagsregelungen wie in der gesetzlichen Rentenversicherung. Das bedeutet, dass die Betriebsrente für jeden Monat vor Vollendung der individuellen Regelaltersgrenze um 0,3 % gekürzt wird. Der Abschlag bei der Betriebsrente ist allerdings auf maximal 10,8 % begrenzt.

Besteht keine Pflichtversicherung in der gesetzlichen Rentenversicherung, gelten die genannten Vorschriften entsprechend. Der Rentenabschlag, z. B. in der Ärzteversorgung, spielt für die Betriebsrentenberechnung hingegen keine Rolle.

23.
Welche Sachverhalte können die Höhe der Betriebsrente noch beeinflussen?

Eine dauerhafte Verminderung des Anspruchs auf Betriebsrente kann eintreten, wenn im Rahmen einer Ehescheidung ein Versorgungsausgleich zu Lasten der Anwartschaft stattgefunden hat.

Auch die Anwendung von Ruhensvorschriften können sich auf die Höhe auswirken, so z. B. bei einer Betriebsrente wegen Erwerbsminderung, wenn die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung wegen Hinzuverdienst nicht oder nur zum Teil gezahlt wird.

Tritt der Versicherungsfall der teilweisen Erwerbsminderung ein, besteht nur ein Anspruch auf die Hälfte einer Rente wegen voller Erwerbsminderung.

24.
Wie wird die Rente angepasst?

Die Betriebsrente wird von unserer Kasse automatisch jährlich zum 1. Juli um 1,0 % erhöht. Die Rentenanpassung erfolgt unabhängig von der gesetzlichen Rente.

25.
Besteht eine Beitragspflicht zur gesetzlichen Kranken- bzw. Pflegeversicherung?

Die ZVK muss aufgrund gesetzlicher Bestimmungen von der Betriebsrente grundsätzlich Beiträge zur gesetzlichen Kranken- und Pflegeversicherung einbehalten und abführen. Davon ausgenommen sind Betriebsrentenanteile, für die die staatliche Riester-Förderung genutzt wurde.

Der Beitrag zur Krankenversicherung bemisst sich nach dem vollen allgemeinen Beitragssatz der Krankenkasse (inklusive kassenindividuellem Zusatzbeitrag). Ab 01.01.2020 gilt ein monatlicher Freibetrag von 159,25 €. Für Betriebsrentenanteile, die über diesem Freibetrag liegen, werden Beiträge zur Krankenversicherung abgeführt.

Für den Beitrag zur gesetzlichen Pflegeversicherung gilt ein einheitlicher Beitragssatz von 3,05 %. Kinderlose Rentner zahlen einen erhöhten Beitragssatz von 3,30 %. Für die Pflegeversicherung existiert jedoch kein Freibetrag. Liegt die beitragspflichtige Rente unter dem Grenzbetrag von 159,25 € im Jahr 2020, werden grundsätzlich keine Beiträge zur Pflegeversicherung abgeführt.

Wird die Rente wegen Geringfügigkeit einmalig abgefunden, meldet die ZVK lediglich die Höhe der Abfindung an die Krankenkasse. In diesem Fall gilt 1/120 der Leistung als monatlicher Zahlbetrag für längstens 120 Monate. Die Krankenkasse setzt sich wegen der Zahlung der Beiträge mit dem Rentner in Verbindung.

26.
Wie wird die Rente steuerlich behandelt?

Für die Versteuerung der Rentenleistung aus der Zusatzrente lassen sich zwei Fälle unterscheiden:

  • Wurden Beiträge steuerfrei eingezahlt (z. B. die Zahlungen des Arbeitgebers, steuerfreie Arbeitnehmerbeteiligung) oder wurde die Riester-Förderung für die Arbeitnehmerbeteiligung in Anspruch genommen, wird die daraus resultierende Rente mit dem individuellen Steuersatz voll versteuert. Ob und in welcher Höhe tatsächlich Steuern zu zahlen sind, hängt vom insgesamt steuerpflichtigen Einkommen in der Rentenphase ab.
  • Wurden die Beiträge aus individuell versteuertem Entgelt gezahlt und nicht staatlich gefördert, wird die Rente nur in Höhe des Ertragsanteils versteuert. Dies gilt auch für pauschal versteuerte Beiträge. Der Steuersatz ist grundsätzlich abhängig vom Renteneintrittsalter und bleibt für die Dauer des Rentenbezugs bestehen.
27.
Ist eine Kapitalauszahlung möglich?

Nein, eine Kapitalauszahlung ist in der Zusatzrente nicht möglich.

28.
Welche Pflichten ergeben sich für Rentner gegenüber der ZVK?

Nach der Antragstellung eingetretene Änderungen in den persönlichen Verhältnissen können Einfluss auf die Rentenhöhe haben. Deshalb ist die Mitwirkung der Rentenempfänger erforderlich, damit die Rente stets in der richtigen Höhe gezahlt wird.

Die ZVK ist insbesondere dann zu informieren, wenn:

  • der Rentenversicherungsträger die Zahlung einstellt

  • sich die Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung wegen Hinzuverdienst ändert

  • der Rentenversicherungsträger die gesetzliche Altersrente als Teilrente zahlt bzw. die Teilrente in eine Vollrente umgewandelt

  • bei einer anderen Zusatzversorgungseinrichtung des öffentlichen/ kirchlichen Dienstes eine erneute Versicherung begründet wird

  • Arbeitsentgelt, Arbeitseinkommen, Mutterschaftsgeld, Übergangsgeld, Kurzarbeitergeld, Winterausfallgeld, Arbeitslosengeld, Insolvenzgeld, Krankengeld, Versorgungskrankengeld, Unterhaltsgeld oder Verletztengeld bezogen wird

  • eine Erwerbsminderung wegfällt oder sich eine volle in eine teilweise bzw. eine teilweise in eine volle Erwerbsminderungsrente ändert

  • sich die Anschrift ändert oder der Wohnsitz ins Ausland verlegt wird

  • beim Bezug einer Witwen-/Witwerrente eine erneute Eheschließung erfolgt

  • beim Bezug einer Witwen-/Witwerrente eine Rente aus eigener Versicherung von der gesetzlichen Rentenversicherung oder einer berufsständischen Versorgungseinrichtung bzw. Ruhegehalt oder ein vergleichbarer Dienstbezug aus einem öffentlich-rechtlichen Dienstverhältnis bezogen wird, bzw. wenn sich diese Bezüge ändern

  • beim Bezug einer Waisenrente die Schul- oder Berufsausbildung, ein freiwilliges soziales bzw. ökologisches Jahr oder ein Bundesfreiwilligendienst beendet oder unterbrochen wird oder die Unterhaltsbedürftigkeit wegfällt, wenn das 18. Lebensjahr vollendet ist.
29.
Kann zur Rente hinzuverdient werden?

Ja, Rentenempfänger dürfen zur Betriebsrente hinzuverdienen, allerdings  vermindern sich diese bei Überschreiten bestimmter Grenzwerte des Verdienstes oder fallen sogar ganz weg.

Wenn eine Rente von der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen wird, richten sich die Hinzuverdienstgrenzen nach den Bestimmungen der gesetzlichen Rentenversicherung.

Wir prüfen nicht eigenständig, sondern übernehmen die Entscheidung der gesetzlichen Rentenversicherung. Sollte sich die gesetzliche Rente wegen Hinzuverdienstes ändern, sind Rentenempfänger verpflichtet, uns den Neuberechnungsbescheid zuzusenden.

Es gibt für die einzelnen Rentenarten (Altersrente, Rente wegen voller oder teilweiser Erwerbsminderung oder Hinterbliebenenrente) verschiedene Hinzuverdienstgrenzen, die sich in der Regel jährlich ändern. Wir empfehlen deshalb, sich an die gesetzliche Rentenversicherung zu wenden und die entsprechenden Informationen dort einzuholen.

Wenn keine Rente aus der gesetzlichen Rentenversicherung bezogen wird, sondern eine berufsständische Versorgung (z. B. von der Ärzte- oder Apothekerversorgung), besteht die Verpflichtung, uns jede Änderung des Hinzuverdienstes mitzuteilen und nachzuweisen (Arbeitsentgelt, Einkommen aus selbständiger Tätigkeit o. Ä.). Wir prüfen dann, ob sich der Hinzuverdienst auf die Betriebsrente auswirkt.

30.
Wird die Rente der ZVK auf die Rente der gesetzlichen Rentenversicherung angerechnet?

Nein, eine Leistung aus der Zusatzrente der ZVK dient zur Aufstockung der gesetzlichen Rente und wird daher nicht angerechnet.

31.
Kann die Rente abgetreten oder verpfändet werden?

Betriebsrentenansprüche können grundsätzlich nicht abgetreten, verpfändet oder beliehen werden.

32.
Wann erlischt die Rente?

Der Anspruch auf Betriebsrente erlischt mit Ablauf des Monats

  • in dem der Berechtigte verstorben ist
  • für den eine Rente wegen Erwerbsminderung aus der gesetzlichen Rentenversicherung letztmals gezahlt worden ist oder
  • der dem Monat vorangeht, von dessen Beginn an eine andere Zusatzversorgungseinrichtung, zu der die Versicherung übergeleitet worden ist, zur Zahlung der Betriebsrente verpflichtet ist

Darüber hinaus erlischt eine Rente an Witwen/Witwer/Lebenspartner mit Ablauf des Monats, in dem die/der Hinterbliebene wieder geheiratet hat.

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